Edition Zahnarztpraxis
Edition Dentallabor
Edition Zahnarztpraxis mit Dentallabor
GOZ 9060
Auswechseln von Aufbauelementen im Reparaturfall
Auswechseln von Aufbauelementen (Sekundärteilen) im Reparaturfall
Arbeiten & Organisieren
GOZ 9060 Schnellcheck
- Abrechenbar
- einmal je Sitzung und Implantat auch bei mehrmaligem Auswechseln
- für das Auswechseln eines Implantatteils im Reparaturfall
- Zum Leistungsinhalt gehörende Maßnahmen
- Auswechseln von Aufbauelementen
- Nicht abrechenbar
- für das Entfernen und Wiedereinsetzen oder den Austausch von Aufbauteilen nach der Freilegung z. B. zur Gingivagestaltung vor Beginn der rekonstruktiven Phase (Analogberechnung gemäß § 6 Abs. 1 GOZ)
- für das Auswechseln eines Implantatteils in der rekonstruktiven Phase
- Zusätzlich abrechenbar
- GOZ 0050 (Abformung oder Teilabformung eines Kiefers)
- GOZ 0060 (Abformung beider Kiefer)
- GOZ 0080 (Oberflächenanästhesie)
- GOZ 0090 (Infiltrationsanästhesie)
- GOZ 0100(Leitungsanästhesie)
- GOZ 2197 (Adhäsive Befestigung)
- GOZ 2260/GOZ 2270 (Provisorien)
- GOZ 2310 (Wiedereingliedern einer Krone)
- GOZ 2320 (Wiederherstellung einer Krone)
- GOZ 5030 (Wurzelkappe mit Stift)
- GOZ 5080 (Verbindungselement)
- GOZ 5090 (Wiederherstellung eines Verbindungselementes)
- GOZ 5110 (Wiedereingliedern einer Brücke)
- GOZ 5120/GOZ 5140 (Brücken-Provisorien)
- GOZ 5150/GOZ 5160 (Adhäsivbrücken)
- GOZ 5170 (Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel)
- GOZ 5180/GOZ 5190 (Funktionelle Abformung)
- GOZ 5250 (Wiederherstellung der Funktion)
- GOZ 5260 (Wiederherstellung der Funktion mit Abformung.)
- GOZ 5270 (Teilunterfütterung einer Prothese)
- GOZ 5280/GOZ 5290/GOZ 5300 (Vollständige Unterfütterung eine Prothese)
- GOÄ 5000 ff. (Röntgen)
- Implantatteile
- Material- und Laborkosten
- Abrechnungsbestimmung
keine
- Dokumentation
- Welche Reparatur war notwendig?
- Was wurde gemacht?
- verwendete Materialien
- Verbrauchsmaterial
Berechnungsfähige Materialien im Bereich Implantologie
Implantate und Implantatkomponenten
- enossale Implantate
- Verschlussschrauben
- Gingivaformer
- temporäre Implantate (z. B. orthodontische Implantate)
- implantatprovisorische AufbauelementeEinmal verwendbare Instrumente
- einmal verwendbare Implantatfräsen
- einmal verwendbare Explantationsfräsen
- einmal verwendbare Knochenkollektoren oder KnochenschaberKnochenersatz- und Augmentationsmaterialien
- autologer Knochen (inkl. Aufbereitung)
- allogene, xenogene oder synthetische Knochenersatzmaterialien
- Knochenersatzgranulate, -blöcke oder -pastenMaterialien zur Gewebe- und Knochenregeneration
- resorbierbare und nicht resorbierbare Membranen
- Barrieren (z. B. Titan- oder Kollagenmembranen)
- Materialien zur Fixierung von Membranen (Pins, Schrauben, Tacks)Osteosynthese- und Fixationsmaterial
- Osteosyntheseschrauben
- Osteosyntheseplatten
- TitannetzeNaht- und Blutstillungsmaterialien
- atraumatisches Nahtmaterial
- Materialien zum Verschluss oberflächlicher Blutungen
- Materialien bei hämorrhagischen Diathesen
- Materialien zum Schutz anatomischer Strukturen (z. B. Nervenschutz)- Schablonen und navigationsbezogene Materialien
- Röntgenmessschablonen
- Orientierungs-/Positionierungsschablonen
- Navigationsschablonen / chirurgische Führungsschablonen
- Fixierungselemente für Schablonen
Materialabrechnung in der Implantologie nach GOZ
Grundsatz:
Abrechenbare Materialien werden nach GOZ 1:1 als Auslagenersatz berechnet – ohne Aufschläge, ohne Gewinnmarge, zum tatsächlichen Einkaufspreis. Es dürfen nur tatsächlich verwendete Materialien berechnet werden.
Zentrale Abrechnungsregeln- 1:1-Abrechnung
Es dürfen ausschließlich die tatsächlich entstandenen Kosten angesetzt werden (Einkaufspreis). Aufschläge, Pauschalen, Lagerkosten oder Kalkulationszuschläge sind nicht zulässig
- Mehrwertsteuer
Die gesetzliche MwSt. darf und muss weiterberechnet werden, wenn sie angefallen ist, → Abrechnung also: Netto-Einkaufspreis + MwSt.
- Keine Doppelberechnung
Materialien, die laut GOZ bereits mit der Gebühr abgegolten sind (Praxiskosten), dürfen nicht separat berechnet werden (§ 4 Abs. 3 GOZ).
- Nur ausdrücklich erlaubte Materialien
In der Implantologie sind z. B. Implantate, Implantatteile, Knochenersatzmaterialien, Membranen, Fixationsmaterialien, atraumatisches Nahtmaterial etc. explizit als gesondert berechnungsfähig genannt.
- Transparenzpflicht auf der Rechnung
Die Rechnung muss enthalten (§ 10 GOZ):- Art des Materials
- Menge
- Einzelpreis
- ggf. Belege/Nachweise auf Verlangen des Patienten
- Keine Steigerung, kein Faktor
Materialkosten unterliegen nicht dem Steigerungsfaktor – sie sind keine Gebühren, sondern Auslagenersatz (§ 9 GOZ).
Merksatz für die Praxis
Material = Selbstkosten + MwSt., transparent, ohne Zuschläge. - Kommentare
- Spitta Kommentar
Die Leistung wird im Falle einer Reparatur nach der eigentlichen rekonstruktiven Phase berechnet, d. h. nach dem endgültigen Eingliedern der definitiven Suprakonstruktion. Das Auswechseln eines Aufbauelements alleine zum Zweck der Reinigung nach rekonstruktiver Phase ist ggf. analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ zu berechnen.
- BZÄK Kommentar
Kommentar zur Leistungsbeschreibung
Aufbauelemente bzw. Sekundärteile auf Implantaten unterliegen Verschleißbelastungen, sodass ihr Austausch gegen neue Teile erforderlich werden kann. Zu den Sekundärteilen zählen auch Befestigungsschrauben. Das gilt sowohl für Abutmentverschraubungen als auch Koronalverschraubungen, sofern diese ausgetauscht werden. Dieser Wechselvorgang erfolgt unabhängig von der ursprünglichen prothetischen Implantatversorgung und dient im weitesten Sinne der Wiederherstellung der Funktion. Die Gebührennummer kann je Implantat berechnet werden. Diese Position bildet nicht das Entfernen eines intraimplantär frakturierten Aufbauelements ab. Bei dem extrem zeit- und materialaufwändigen Entfernen eines frakturierten Aufbauteilfragmentes aus dem Implantatinneren erfolgt die Berechnung zusätzlich nach § 6 Abs. 1 GOZ. Wiederbefestigung der Aufbauelemente zum Zweck der Reinigung nach rekonstruktiver Phase ist nicht beschrieben und daher analog zu berechnen.
Zusätzlicher Aufwand
- Erschwerter klinischer Zugang
- Besonders schwierige Entfernung
- Zusätzliche medikamentöse Applikation in den Implantathohlraum
- u. v. m.
Zusätzlich berechnungsfähige Leistungen
- Entfernung einer Krone o. Ä. GOZ 2290
- Belagentfernung GOZ 4050 ff.
- Wiedereingliederung einer Krone o. Ä. GOZ 2310
- Wiederherstellung einer Krone o. Ä. GOZ 2320
- Exzision von Schleimhaut GOZ 3070
- Wiedereingliederung einer Brücke o. Ä. GOZ 5110
- Stillung einer übermäßigen Blutung, die das typische Maß des Eingriffs übersteigt oder eine Unterbrechung des Eingriffs erfordert GOZ 3050
- Instrumentelle Entfernung eines intraimplantär frakturierten Aufbauelementes nach § 6 Abs. 1 GOZ
- u. v. m.
- BMG Kommentar
Begründung des BMG zum Entwurf der GOZ 2012 (Auszug)
„Zu der Leistung nach der Nummer 9060:
Die Leistung nach der Nummer 9060 bezieht sich auf den Reparaturfall. Je Sitzung kann die Leistung nach der Nummer 9060 nur einmal je Implantat berechnet werden. Ein im Einzelfall erhöhter Aufwand z. B. bei einer gebrochenen Schraube kann bei der Bemessung des Honorars im Gebührenrahmen berücksichtigt werden.“
- Spitta Kommentar
- Kurztipps für die Praxis
- Die GOZ-Nr. 9060 betrifft den Austausch von Sekundärteilen im Reparaturfall.
- Sekundärteile umfassen auch Befestigungsschrauben.
- Die Leistung ist je Implantat berechnungsfähig, jedoch höchstens einmalje Sitzung.
- Die GOZ-Nr. 9060 ist nicht für das Entfernen frakturierter Fragmente geeignet – dies ist analog nach § 6 Abs. 1 GOZ abzurechnen.
- Reinigung und Wiederbefestigung außerhalb einer Reparatur ist nicht beschrieben und analog zu berechnen
- Begleitende prothetische Leistungen (Entfernung/Wiedereingliederung von Kronen/Brücken) sind zusätzlich berechnungsfähig.
- Fallbeispiele
- Implantologische Kernleistungen
Kombinationen & Ausschlüsse
(0)GOZ-Nr. Leistungstext Kombinierbar mit Nicht kombinierbar/Einschränkungen 9000 Implantatbezogene Analyse & Planung Diagnostik (Röntgen, Modelle), chirurgische & prothetische Implantatleistungen einmal je Kiefer und Sitzung 9003 Orientierungsschablone 9010 Material- & Laborkosten separat 9005 Navigationsschablone 9010 Fixierungselemente & Laborkosten separat 9010 Implantatinsertion 9003 / 9005, 9090, Augmentationen, Sinuslift, Bone Splitting (9100 ff.) nicht neben 9040, 9050 9020 Temporäres/orthodontisches Implantat ggf. kieferorthopädische Leistungen – 9040 Freilegung + Einfügen Aufbauelemente prothetische Leistungen nicht kombinierbar mit 9010, 9050 9050 Entfernen/Wiedereinsetzen von Aufbauelementen – nicht neben 9010 und 9040; max. 3 × je Implantat, 1 × je Sitzung 9060 Austausch Sekundärteil (Reparatur) – max. 1 × je Implantat und Sitzung 9090 Knochengewinnung & -implantation 9010, 9020, 9110, 9120, 9140 nicht neben 9100 Einmalinstrumente separat berechnungsfähig Augmentative Maßnahmen – Kombinationsregeln
(0)GOZ-Nr. Leistungstext Kombinierbar mit Nicht kombinierbar/Einschränkungen 9100 Augmentation ohne Stabilisierungsmaßnahmen 9010 nicht mit 9130, 9090 – – 9110 → nur ½ Gebühr von 9100 – – 99110 → nur ⅓ Gebühr von 9100 9110 Interner Sinuslift 9010 nicht mit 9120 oder 9130 an derselben Implantatkavität 9120 Externer Sinuslift 9010 nicht mit 9110 an derselben Implantatkavität 9130 Bone Splitting/ Distraktion 9010 nicht mit 9100 und 9110 9140 Intraorale Knochenentnahme Augmentationen bei mehreren Knochenblöcken → doppelte Gebühr 9150 Osteosynthese (Fixation Augmentat) zusätzlich zu 9100 eigenständige Zusatzleistung Materialentfernung & Revision
(0)GOZ-Nr. Leistungstext Kombinierbar mit Nicht kombinierbar/Einschränkungen 9160 Entfernung unter Schleimhaut liegender Materialien – je Kieferhälfte/Frontzahnbereich 9170 Entfernung im Knochen liegender Materialien – Implantatentfernung selbst → 3000 / 3030, nicht 9170 Wichtige allgemeine Ausschlüsse (Abschnitt K)
(0)Regel Bedeutung Primäre Wundversorgung immer Bestandteil der K-Leistungen, nicht separat berechnungsfähig Implantate & Implantatteile immer gesondert berechnungsfähig Knochenersatzmaterial, Membranen, Fixierungen zusätzlich berechnungsfähig Explantation eines Implantats nicht 9170, sondern 3000/3030 Typische Kombinationsbeispiele
(0)Behandlungssituation Korrekte GOZ-Kombination Implantat mit Planung & Schablone 9000 + 9005 + 9010 Implantat + Knochengewinnung und Aufbereitung 9010 + 9090 Implantat + Augmentation 9010 + 9100 Implantat + Bone Splitting 9010 + 9130 Implantat + interner Sinuslift 9010 + 9110 Implantat + Augmentation + externer Sinuslift 9010 + 9120 + ⅓ × 9100 Augmentation + Knochenblock und Osteosynthese 9100 + 9140 2x + 9150
- Abrechnungsbeispiel 1: Implantatplanung und Diagnostik präoperativ
Fallbeschreibung
Der Patient erscheint zur Implantatplanung. Es wird eine dentale Volumentomographie (DVT) durchgeführt. Die Befunde werden mit dem Patienten besprochen. Anhand des DVT erfolgt die implantatbezogene Analyse und Auswertung. Nach dem präoperativen Gespräch über den Behandlungsablauf und mögliche Risiken wird dem Patienten der individuelle Aufklärungsbogen ausgehändigt.
(0)Leistungsbeschreibung GOZ/GOÄ Anz. Bemerkungen Abfertigung des DVT zzgl. Zuschlag für computergesteuerte Analyse Ä5370
Ä53771
1Befundung des DVT Virtuelle Implantation § 6 Abs. 1 GOZ 1 analog Implantatbezogene Analyse und Auswertung 9000 1 Ausführliche Beratung des Patienten über Untersuchungsergebnisse, geplante Maßnahmen und Operationsrisiken Ä1 1 Aufklärungsbogen mitgegeben
Hinweise für die Praxis- Die virtuelle Implantation ist nicht Bestandteil der GOZ-Leistung und kann analog nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden.
- DVT und computergesteuerte Analyse sind nach GOÄ abrechenbar.
- Abrechnungsbeispiel 2: Implantation mit Freilegung nach Einheilphase
Fallbeschreibung
Nach erfolgter Implantatdiagnostik und Vorbesprechung erscheint die Patientin zur Implantation. Das Implantat kann komplikationslos und ohne Knochenergänzungsmaßnahmen inseriert werden. Die Einheilung erfolgt subgingival. Nach Versorgung der Wunde und Naht wird eine postoperative Kontrollaufnahme angefertigt und die Patientin mit entsprechenden Verhaltenshinweisen entlassen.
Am nächsten Tag erscheint die Patientin zur Wundkontrolle. Eine Woche später erfolgt eine weitere Wundkontrolle mit stadiengerechter Wundheilung, sodass die Fäden entfernt werden. Drei Monate später erscheint die Patientin zur Freilegung des Implantates. Nach Freilegung, Einfügen des Gingivaformers sowie erneuter Röntgenkontrolle wird die Patientin mit Terminen für die rekonstruktive Phase entlassen.
1. Sitzung (Implantation)(0)Leistungsbeschreibung GOZ/GOÄ Anz. Bemerkungen Leitungsanästhesie 36 0100 1 zzgl. Material Anästhetikum Infiltrationsanästhesie 36 0090 1 zzgl. Material Anästhetikum Implantation 9010 1 zzgl. Implantat + Verschlussschraube OP-Zuschlag 0530 1 Röntgenkontrollaufnahme Ä5000 1 Wundversorgung und Naht Nahtmaterial gesondert berechnungsfähig einmal verwendbare Implantatfräsen gesondert berechnungsfähig
2. Sitzung (postoperativ)(0)Leistungsbeschreibung GOZ/GOÄ Anz. Bemerkungen Wundkontrolle 3290 1
3. Sitzung (nach 7 Tagen)(0)Leistungsbeschreibung GOZ/GOÄ Anz. Bemerkungen Wundkontrolle 3290 1 Nahtentfernung 3300 1
4. Sitzung (Implantation)(0)Leistungsbeschreibung GOZ/GOÄ Anz. Bemerkungen Eingehende Untersuchung und Beratung 0010 1 Ä1 1 Infiltrationsanästhesie 36 0090 1 zzgl. Material Anästhetikum Freilegung 9040 1 Röntgenkontrollaufnahme Ä5000 1 Einfügen Gingivaformer Materialkosten gesondert berechnungsfähig
Hinweise für die Praxis- OP-Zuschlag 0530 nur einmal pro Sitzung
- Implantatmaterialien, Fräsen und Gingivaformer sind gesondert berechnungsfähig.
- Implantologische Kernleistungen
- Textbausteine
- „Bei Implantation medizinisch nicht notwendig"
Ihre Krankenversicherung erstattet Ihre Behandlungskosten nicht vollständig. Die Argumentation hierzu ist, dass die Anfertigung einer DVT-Aufnahme zu teuer und medizinisch nicht notwendig sei, da eine OPG-Aufnahme eine ausreichende Planung ermöglicht.
Die digitale Volumentomographie ist eine Möglichkeit, von Ihren Zähnen und Kiefern eine dreidimensionale Aufnahme anzufertigen. Diese ermöglicht Ihrem Zahnarzt eine sehr genaue Befundung der Situation.
In Ihrem Fall geht es um eine komplizierte Operation. Für die geplante Implantation muss die Kieferhöhle verkleinert werden. Ihr Knochenangebot – sichtbar anhand des bereits angefertigten OPGs – ist sehr gering, so dass größere Knochenaufbaumaßnahmen geplant werden müssen. Um die genaue Planung durchzuführen, war es unerlässlich, eine dreidimensionale Aufnahme des Kiefers anzufertigen.
In einem Urteil des OLG Köln (Az.: 5 U 179/99 vom 25.02.2002) stellte der Sachverständige bereits 2002 fest:
"[…] dass bereits angesichts der für eine Perforation (des Kieferhöhlenbodens durch ein Implantat) sprechenden Röntgenaufnahme eine spezielle Röntgenkontrolle hätte durchgeführt werden müssen, durch welche – zum Beispiel durch ein CT – man genau hätte feststellen können, ob es zu einer Perforation gekommen sei.“
Eine Behandlung lege artis konnte in Ihrem Fall nur mit einer DVT-Aufnahme geplant werden. Die Berechnungsweise erfolgte nach den Feststellungen des Sachverständigen im Urteil des AG München vom 26.03.2010 (Az.:173 C 31251/08):
"- Lege artis hat der behandelnde Arzt zunächst ein OPG herangezogen, aus dessen Ergebnissen er den Schluss ziehen musste, dass es einer dreidimensionalen, bildgebenden Maßnahme bedurfte.
Die Strahlenbelastung aus dem DVT – einer Fortentwicklung der CT-Technik – war auch nur geringfügig und nicht um ein Vielfaches höher als eine OPG-Maßnahme.
Mit den Rohdaten aus dem DVT alleine hätte der behandelnde Arzt nicht adäquat über bestehende Risiken aufklären können. Die Rohdaten wären zumindest für den medizinischen Laien nicht wesentlich aufschlussreicher gewesen als das OPG.
Erst durch die Visualisierung mit der SIM-Plant-Software konnte der Patientin die Komplikation vor Augen geführt werden, so dass diese die Risiken besser beurteilen und in die Lage versetzt werden konnte, eigenverantwortlich über die Vornahme des Eingriffs zu entscheiden.
- Dementsprechend bedurfte es auch unter dem Gesichtspunkt der medizinischen Notwendigkeit der Transformation der Daten in die SIM-Plant."
Außerdem stellte das Gericht fest:
"Der Beweis der fehlenden medizinischen Notwendigkeit wurde von der Klägerin indes nicht erbracht. Die Klägerin konnte nicht belegen, dass es sich bei den o. g. Leistungen nicht um Behandlungsmaßnahmen handelte, bei denen es nach objektiven medizinischen Befunden und Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung nicht vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen.
Vielmehr hat der gerichtlich bestellte Sachverständige XXX, der dem Gericht als erfahren und zuverlässig bekannt ist, überzeugend, nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei erläutert, dass die Maßnahmen nicht nur vertretbar waren, sondern sogar zwingend zu erfolgen hatten."
Die DVT-Aufnahme war medizinisch notwendig und sollte nach Tarif erstattet werden.
- „Bei Implantation medizinisch nicht notwendig"












